Plötzlich ist alles anders.
Die Routinen fallen weg.
Morgens wird man nicht mehr von einem wedelnden Schwanz geweckt. Niemand wartet voller Freude an der Tür, wenn man nach Hause kommt. Keine leisen Pfotengeräusche mehr im Haus. Kein Hund, der einfach nur da ist.
Wer einen Hund verliert, verliert nicht „nur“ ein Haustier. Man verliert einen festen Bestandteil seines Alltags, einen Seelenbegleiter, ein Familienmitglied.
Leider mussten auch wir diese Erfahrung machen. Nach dem Tod von Mila war plötzlich vieles still. Vieles leer. Und vor allem: vieles anders.
Man merkt erst, wie sehr sich das ganze Leben um den Hund herum aufgebaut hat, wenn dieser plötzlich fehlt.
Jeder Mensch trauert anders. Manche möchten viel darüber sprechen, andere ziehen sich eher zurück. Manche brauchen lange, um überhaupt wieder an einen Hund denken zu können – und andere spüren relativ schnell, dass ihnen das Leben mit Hund fehlt.
Und genau das ist völlig in Ordnung.
Das Leben ohne Hund fühlt sich anders an
Nach Milas Tod war für uns sofort klar: Wir wollen nicht direkt einen neuen Hund.
Der Schmerz war einfach zu groß.
Wir konnten uns nicht vorstellen, dass ein anderer Hund ihre Stelle besetzen könnte. Es fühlte sich falsch an, überhaupt darüber nachzudenken.
Doch ich habe relativ schnell gemerkt, dass ich nicht nur Mila vermisse – sondern auch das Leben mit Hund.
Mein Alltag ohne Hund fühlte und fühlt sich noch immer unvollständig an.
Die Spaziergänge fehlen. Die gemeinsamen Rituale. Dieses Gefühl, niemals allein zu sein. Ein Hund verändert das gesamte Leben und wenn er geht, verändert sich plötzlich alles mit ihm.
Dabei wurde mir auch klar: Kein Hund wird jemals Milas Platz einnehmen können.
Und das muss er auch gar nicht.
Ein neuer Hund ersetzt keinen alten Hund. Jeder Hund ist einzigartig. Jeder hinterlässt seine eigenen Spuren im Herzen.
Natürlich vergleicht man. Das ist menschlich. Man denkt an bestimmte Eigenheiten zurück oder ertappt sich dabei, wie man sagt: „Mila hat das immer so gemacht …“
Aber Liebe ist kein Platz mit nur einer freien Stelle.
Ein neuer Hund bedeutet nicht, dass man den vorherigen weniger geliebt hat.
Wann ist man bereit für einen neuen Hund?
Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass man das wirklich „wissen“ kann.
Es ist kein Datum im Kalender und kein bestimmter Zeitpunkt, an dem plötzlich alles gut ist. Es ist eher ein Gefühl. Und dieses Gefühl ist bei jedem Menschen anders.
Manche brauchen Wochen oder Monate. Andere mehrere Jahre. Manche sagen sofort: „Nie wieder.“ Und stehen irgendwann doch wieder mit leuchtenden Augen vor einem Welpen.
Auch wir hatten anfangs ein schlechtes Gewissen, überhaupt über einen neuen Hund nachzudenken. Irgendwie fühlte es sich an, als würden wir Mila damit „ersetzen“. Und dieses schlechte Gewissen ist teilweise auch noch da.
Aber auch das gehört vermutlich zur Trauer dazu.
Ich habe schon früh angefangen, mir Gedanken darüber zu machen, welcher Hund als nächstes überhaupt zu uns passen könnte. Nicht, weil sofort ein neuer Hund einziehen sollte – sondern weil ich bewusst überlegen wollte, wie unser zukünftiges Leben aussehen soll.
Schon länger hatte ich eine bestimmte Rasse im Kopf. Eine eher seltene Rasse, bei der man sich frühzeitig mit Züchtern austauschen und oft lange warten muss. Deshalb begann ich, mich intensiv damit zu beschäftigen.
Welche Rasse es am Ende geworden ist, verrate ich euch in einem der nächsten Blog-Beiträge. 😊
Übrigens habe ich auch über einen Tierschutzhund nachgedacht. Unser nächster Hund wird jedoch nicht aus dem Tierschutz kommen. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass irgendwann, wenn wir die Kapazitäten dafür haben, auch mal ein Hund aus dem Tierschutz einziehen wird, weil dort super tolle Hunde warten!
Ein neuer Anfang bedeutet nicht vergessen
Eigentlich war unser Plan, frühestens im Herbst wieder einen Hund aufzunehmen. Doch manchmal entwickelt sich das Leben anders.
Überraschenderweise haben wir eine Züchterin gefunden, bei der ich ein gutes Bauchgefühl hatte.
Und so wird bereits im Juli ein kleiner Welpe bei uns einziehen.
Die Züchterin behält unsere Kleine sogar noch etwas länger, da wir vorher noch im Sommerurlaub sind. (Ja, es wird wieder ein Weibchen 🙂)
Die Vorfreude wächst langsam jeden Tag ein bisschen mehr.
Natürlich ist da auch Angst. Angst vor Vergleichen. Angst davor, wieder zu verlieren. Aber vor allem ist da Dankbarkeit. Dankbarkeit dafür, dass Mila ein Teil unseres Lebens war und dafür, dass wir unser Herz irgendwann wieder öffnen können.
Denn am Ende bedeutet ein neuer Hund nicht, dass die Liebe zum Alten vergeht.
Im Gegenteil.
Vielleicht zeigt es einfach nur, wie groß diese Liebe immer gewesen ist.
Wir freuen uns auf unser neues Familienmitglied – und darauf, euch Pfotenfreunde auf diesem Weg mitzunehmen.
Stay tuned. 🐾
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